LU – st auf was neues!?

LU – st auf was neues!?

Nachdem wir nun für unseren Geschmack viel zu lange wegen des darniederliegenden Bargeschehens über Sanierungen, Umbau, Historie und Haustiere kommuniziert haben kommen wir nun endlich wieder zu den erhebenden, den wesentlichen Themen unseres Alltags:
Dem Nachtleben, unserem Wirkungskreis und unserer Bühne, dem drei Quadratmeter grossen Herzstück unseres kleinen Universums … unserer Bar.
Gleich dem legendären Phönix aus der Asche…

…okay, stop.

Viel zuviel Pathos.

Ich schalte mal einen Gang runter und erzähle von einer Dame, die unserer Bar in der harten, fast postapokalyptischen Zeit nach dem Lockdown neues Leben einhaucht.
Unsere Lu wollte tatsächlich mal Psychologin werden…Und wenn man es genau nimmt, hat sie das sogar geschafft.
Nicht im klassischen Sinne und nicht auf den ersten Blick, allerdings ist es schon nicht zu leugnen, dass man als legaler Drogendealer (der gängige Euphemismus ist übrigens Bartender*in) gerne mal in die Verlegenheit kommt, neben einer spektakulären Cocktailkreation auch etwas soziale Arbeit abzuliefern.
An diesen Aspekt kann man also schon mal guten Gewissens einen Haken dran machen 😉

…und das ist nur einer der Skills, die sie so wertvoll machen.
Ich will auch gar nicht so sehr darauf eingehen, wie kreativ und ausgefallen ihre Signatures sind, denn jeder, der schon einmal bei uns war, weiss, was sie abliefert.
Das ist für sie so selbstverständlich wie atmen und kaum der Rede wert.
Nein, sie hat sogar den Anspruch, auch jedem Klassiker eine exclusive eigene Note zu verleihen und so zu einem einzigartigen Geschmackserlebnis werden zu lassen.
Ihr kennt einen „Clover Club“? Probiert ihre „Stella“!
Ihr bestellt immer „Pina Colada“ oder „Sex on the Beach“?
Hört auf damit!!
Damit ist sie unterfordert.
Lu ist auf ihrem Spielfeld unfassbar gut und garät erst richtig in Wallung, wenn sie angemessen gefordert wird.

Wenn ihr sie aber fragt, was denn ihr Lieblingsgetränk ist, dann wird sie antworten…Tequila-Shot.

Da mag man sich zwar reflexartig fragen, wie das zusammen geht, die Erklärung ist jedoch denkbar einfach:
Tequila (welcher spielt keine grosse Rolle, Hauptsache kein roter Hut ;D) enthält keinen Zucker, keine Kalorien und ist voll vegan, man.
Ausserdem ist er, so habe ich mich belehren lassen, der „Handschlag der Bartender“.
Wissta Bescheid 🙂
Als Hauptgang darf es dann auch gerne ein Cremant oder Champagner sein.
Klingt dekadent, ist es auch.
Wenn man halt alles schon gehabt hat…*seufzzz*

Trotzdem gibt es eine Messlatte, die sie gerne an die Kollegen anlegt, wenn sie Marktanalyse betreibt.
Andere nennen sowas übrigens Barhopping 😉
Lu versichert zwar, dass man schon an wenigen Handgriffen eines Bartenders sieht, ob er was drauf hat, das endgültige Maß der Dinge ist für sie indes der „Aviation“, bestehend aus Gin, Maraschinolikör, Zitrone und Veilchen.
Verwendet man zum Beispiel von letzterem zuviel, wird der Geschmack schnell seifig.

 


Wie bei so vielen Dingen im Leben entscheidet also auch hier das Maß, ob man auf das Ergebnis positiv oder negativ konditioniert wird.
Manchmal kommen Gäste mit schlechten Erfahrungen zu Lu und behaupten aus Verzweiflung, „Long Island Ice Tea“ zu mögen.
Für irreversibel verlorene Seelen macht sie den auch, jedoch ist es ihr eine Herzenssache, zumindest den Versuch der Rekonvaleszenz zu unternehmen.
Es gibt ein weiteres Vorurteil, mit dem sie gerne aufräumt:
Und das heisst, dass „man in einem guten Cocktail den Alkohol nicht wahrnimmt“.
Vielmehr arbeitet sie nach dem Grundsatz, dass in einem ausgewogenen Cocktail die Aromen der Basisspirituose durch Zugabe balanciert ergänzender Komplementärelemente der Character des Produkts unterlegt, ausgebaut und verbessert, auf jeden Fall die Wahrnehmung aber nicht ausgeglichen, sondern entwickelt wird.
Sogar für die weniger abenteuerlustigen oder verwegenen Kandidaten hat sie eine adäquate Lösung im Ärmel:
Wenn Du ihn trotz engagierter Bedarfsermittlung nicht magst, nimmt sie ihn gerne zurück und trinkt ihn selbst.
Lu würde nichts anbieten, was sie nicht auch trinken würde.
Und das ist die beste Referenz, die ein Getränk haben kann!

Fragt sie einfach, unsere Lu, ihr müsst euch nur trauen 😉

Bis bald,
eure Schlossgeister

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